Faszinierender Saturn  -  Der Ringplanet im Sommer 2016

Die Sommernächte dieses Jahres werden vom Ringplaneten Saturn beherrscht. Er steht heuer zwar ziemlich tief am südlichen Horizont und damit in einer verhältnismäßig ungünstigen Beobachtungsposition, doch er sieht auch jetzt im Fernrohr hinreißend aus: Sein weit geöffnetes Ringsystem zusammen mit seinen hellsten Monden wirken geradezu „künstlich“. Die Isartalsternwarte bietet ihren Gästen bei geeignetem Wetter diesen großartigen Eindruck sehr gerne an.
Bis zu der Zeit, als die ersten Raumsonden den Saturn erreichten, war über den Ringplaneten relativ wenig bekannt. Das hat sich spätestens mit dem „Cassini-Projekt“ geändert. Seit zwölf Jahren umkreist das Raumschiff „Cassini“ den Saturn und funkt auch weiterhin ständig faszinierende Bilder vom Planeten selbst, von seinen Ringen und von seinen Monden zur Erde. Die Atmosphäre des Saturn wird von heftigen Stürmen, von markanten Klimazonen und von zahlreichen Gewittern geprägt, an den Polkappen erstrahlen immer wieder Polarlichter.

Die unzähligen Eisbrocken, die größenmäßig zwischen einem Lastwagen und einem Stecknadelkopf liegen, bilden ein komplexes Ringsystem, das selbst wiederum aus unzähligen, konzentrisch verlaufenden Einzelringen besteht. Bei einem Durchmesser, der etwa 400 000 km beträgt, wirkt das für uns sichtbare Ringsystem mit einer durchschnittlichen Dicke von wenigen hundert Metern geradezu filigran. Die Entstehung und die Zukunft der Saturnringe sind noch immer nicht ganz geklärt.


Und auch bei etlichen Saturnmonden konnten aufregende Entdeckungen gemacht werden: Auf dem Mond „Enceladus“ findet beispielsweise ein rätselhafter „Eis-Vulkanismus“ statt, den Mond „Mimas“ ziert ein gigantischer Einschlagkrater und auf dem mächtigen „Titan“ gibt es sogar Seen, Flüsse und Bäche – doch hier plätschert kein Wasser, sondern flüssiges Methan durch die Landschaft.

Bis etwa Mitte September 2016 kann der Saturn noch gut beobachtet werden, dann verschluckt ihn nach und nach die Abenddämmerung. Doch auch für diejenigen, die heuer eine Beobachtung dieses Planeten versäumen sollten, gibt es eine tröstliche Aussicht: Im Sommer 2017 öffnet sich für den Saturn das nächste Beobachtungsfenster.




Saturn mit Schatten


Enceladus' Eisfontänen


Mimas' riesiger Einschlagkrater