Chronik und astronomische Highlights 2020

Freitag
10. Jan.

18:00 Uhr

Halbschattenmondfinsternis

Bei einer Halbschattenfinsternis des Mondes zieht der Mond nicht durch den Kernschatten der Erde.  Der Mond wird also nicht verfinstert wie bei einer totalen oder partiellen Mondfinsternis, sondern nur abgeschattet.

18:07 Uhr:
Beginn der Halbschattenmondfinsternis.
Der Vollmond berührt erstmals den Halbschattenbereich der Erde.

20:10 Uhr:
Finsternismitte, maximale Abschattung.
Der Mond ist dem Mittelpunkt des Kernschattens der Erde am nächsten. 90% des Mond- durchmessers liegen im Halbschatten.

22:12 Uhr:
Ende der Halbschattenmondfinsternis.
Der Vollmond hat den Halbschatten verlassen.

Diese Halbschattenmondfinsternis.dauert also insgesamt rund 4 Stunden. Zeitangaben in MEZ.

Um 18:00 Uhr strahlte der Vollmond noch viel versprechend vom Himmel, aber kurze Zeit später schob sich eine dünne, aber geschlossene Wolkendecke über ihn.

Montag
27. Jan.
18:00 Uhr
bis
19:30 Uhr



Venus - Neptun - Konjunktion

Venus besitzt eine scheinbare Helligkeit von - 4,1 mag (nur Sonne und Mond scheinen noch heller). Neptun hat eine scheinbare Helligkeit von + 7,8 mag und ist damit mit bloßem Auge nicht sichtbar.

Der hellste Planet, die Venus (zur Zeit Abendstern), passiert den äußersten Planeten, den Gasplaneten Neptun, um 21:04 Uhr in einem sehr geringen Abstand von nur 4,1' (Winkelminuten). Um diese Zeit sind die beiden Himmelskörper allerdings bereits unter dem Horizont untergegangen.
Drei Stunden vorher beträgt ihr Abstand noch ca. 10', das entspricht einem Drittel des  Monddurchmessers. Der Abstand ist so gering, dass die beiden Planeten gleichzeitig in einem großen Teleskop mit seinem begrenzten Gesichtsfeld beobachtet werden können.
Im Bild rechts, das mit CalSky erstellt wurde, ist der Himmelsausschnitt mit den beiden Planeten ungefähr so groß wie der Vollmond.

generiert mit CalSky
Nach einem sonnigen, frühlingshaften Januartag zog am Spätnachmittag eine geschlossene Wolkendecke auf. Nix war's.

Samstag
28. März

fällt aus
wegen
Corona-
Pandemie

Freier Eintritt   beim 18. Bundesweiten



Der Astronomietag 2020 steht - passend zum Himmelsanblick - unter dem Motto "Venus, Mond und die sieben Schwestern".

Zwei helle Objekte ziehen die Blicke bereits in der Abenddämmerung auf sich: Über dem südwestlichen Horizont leuchtet die schmale Sichel des zunehmenden Mondes. Direkt darüber glänzt Venus, der Abendstern. Bei eintretender Dunkelheit macht sich nur eine Handbreit über der Venus eine kleine Sternengruppe bemerkbar: das ist der Sternhaufen der Plejaden, auch Siebengestirn genannt. Im Teleskop zeigt sich Venus dann übrigens wie ein kleiner Halbmond.
Der WWF ruft an diesem Abend von 20:30 bis 21:30 Uhr zur alljährlichen und weltweiten "Earth Hour" auf. Vielerorts wird in dieser Stunde die Beleuchtung reduziert - ein guter Anlass, um auf das leidige Thema der Lichtverschmutzung hinzuweisen.

Programm an der Isartalsternwarte:
14:00 - 16:00 Uhr:     Sonnenbeobachtung bei klarem Himmel (siehe auch 4. April)
20:00 - open end:
Bei der Nachthimmelführung bei klarem Himmel stehen die Himmelsobjekte in den Winter- und Frühlingssternbildern im Mittelpunkt:
Mond und Venus halten sich gerade im Sternbild Stier auf. Sein hellster Stern – ein Stück links vom Mond – heißt Aldebaran. Er leuchtet rötlich und deutet das blutunterlaufene Auge des Tieres an. Der Stier ist ein typisches Wintersternbild, das jetzt im Frühjahr abends bald untergeht. Im Stier befinden sich der bereits mit bloßem Auge sichtbare offene Sternhaufen der Plejaden und der lichtschwache Crabnebel, ein Supernovaüberrest. Im Süden funkeln weitere Sternbilder: Orion, der Himmelsjäger mit seiner markanten Figur aus sieben Sternen und dem großen Orionnebel, einem Sternentstehungsgebiet. Links darunter fällt Sirius auf, der hellste Stern am Himmel und Hauptstern des Sternbildes Großer Hund. Über dem Orion stehen die Zwillinge und der Fuhrmann hoch am Himmel. Links der Zwillinge kommt wieder ein heller Stern: Regulus, der Hauptstern des Löwen, in dem auch ferne Galaxien beobachtet werden können.

Mittwoch
11. Aug.

fällt aus
wegen
Corona-
Pandemie


Die Nacht der Perseiden - im Volksmund "Laurentiustränen"

Die Sternschnuppen mit dem Namen Perseiden verdanken wir dem Kometen 109P/Swift-Tuttle, der auf seiner Bahn um die Sonne eine Staubspur hinterlässt. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn um die Sonne immer in der 2.Julihälfte und in den ersten drei Augustwochen diese Staubspur, so dass sandkorngroße Brösel mit hoher Geschwindigkeit (ca. 60 km/s) auf die Moleküle der Erdatmosphäre treffen und diese zum Leuchten anregen. Im Maximum um den 12. August herum kann man mit maximal rund 100 Sternschnuppen pro Stunde rechnen. Sie scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen. Dort liegt der Radiant, die scheinbare Quelle dieses Sternschnuppenstroms. Da das Sternbild Perseus am Abend aufgeht, können erste Sternschnuppen bereits nach Eintritt der Dunkelheit beobachtet werden.

In diesem Jahr fällt das Perseidenmaximum mit einem abnehmenden Halbmond zusammen, was die Beobachtung von Sternschnuppen in den Abendstunden begünstigt, da der Mond nach Mitternacht aufgeht.

Samstag
24. Okt.

fällt aus
wegen
Corona-
Pandemie



Sobald es abends dunkel wird, leuchtet der zunehmende Halbmond tief über dem südlichen Horizont. Rechts vom Mond findet man die Planeten Saturn und Jupiter. Links vom Mond, in Richtung Osten, leuchtet sehr hell der rote Planet Mars. Mars nimmt Mitte Oktober seine Oppositionsstellung genau gegenüber der Sonne ein, ist daher jetzt recht nah, besonders hell und im Teleskop sehr gut zu erkennen. Die fernen und daher lichtschwachen Planeten Neptun und Uranus sind rechts bzw. links von Mars zu finden – aber nur im Teleskop. Am Ende der Nacht geht Venus als Morgenstern über dem Osthorizont auf. Somit sind bis auf Merkur, der direkt neben der Sonne steht, alle Planeten des Sonnensystems am Nachthimmel vertreten.

Der Sternhimmel am Astronomietag:
Ende Oktober kann man sich abends von den Sommersternbildern verabschieden: Im Südwesten stehen die Sternbilder Schwan, Leier und Adler noch hoch am Himmel. Deren drei Hauptsterne Deneb, Wega und Atair bilden das sogenannte „Sommerdreieck“. Bei dunklem Himmel sieht man hier das Band der Milchstraße.
Im Südosten ist bereits das „Herbstviereck“ aufgegangen: Es setzt sich aus drei Sternen des Sternbildes Pegasus und einem Stern der Andromeda zusammen.
Wer freien Blick zum südlichen Horizont hat, sieht dort einen hellen Stern funkeln: das ist Fomalhaut der Hauptstern im Sternbild Südlicher Fisch. Sein Name bedeutet übersetzt „Maul des Fisches“.
Unterhalb von Mars und den Fischen macht sich das Sternbild Walfisch breit. Die offizielle Bezeichnung lautet Cetus, was eher Meeresungeheuer bedeutet. Im Walfisch gibt es einen Stern, der nur alle elf Monate so hell wird, dass man ihn mit bloßem Auge sehen kann: Mira, die Wundersame. Ende Oktober sollte Mira gut zu erkennen sein.

Samstag
12. Dez.

fällt aus
wegen
Corona-
Pandemie


Geminiden - der Sternschnuppenstrom im Advent

Die Geminiden sind der stärkste Meteorstrom des Jahres. Seine Aktivität hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich erhöht und übertrifft inzwischen jene der Perseiden im August.
In den Nächten zwischen dem 7. und 17. Dez. können Geminiden gesichtet werden, da in diesem Zeitraum die Erde die Staubspur des Asteroiden 3200 Phaethon durchquert.
Der Radiant der Geminiden liegt knapp nördlich des hellen Sterns Castor im Sternbild Zwillinge (= Gemini). Von dort scheinen die Geminiden herzukommen. Im Gegensatz zu anderen Sternschnuppenströmen lassen sich deshalb Geminiden auch schon in den Abendstunden beobachten. Die größte Anzahl kann man in den Stunden nach Mitternacht beobachten, da um 02:00 Uhr morgens das Sternbild Zwillinge hoch am Himmel steht.
In diesem Jahr ist das Maximum für die Nacht vom 13. auf 14. Dez. angekündigt. Fallraten von bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde werden erwartet. Da die Teilchen von hinten auf die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne treffen, ist ihre Relativgeschwindigkeit von 35 km/s gering. Sie erscheinen am Himmel langsamer als übliche Sternschnuppen. Helle Meteore sind häufig.
Begünstigt wird in diesem Jahr die Beobachtung der Geminiden durch dunkle mondlose Nächte. Der Neumond fällt auf den 14. Dezember.


Montag
21. Dez.

17:00 Uhr

fällt aus
wegen
Corona-
Pandemie


Jupiter - Saturn - Konjunktion

  generiert mit Stellarium

Begegnungen der beiden hellen Planeten Jupiter und Saturn sind selten, schon wegen ihrer langen und verschiedenen Umlaufdauern um die Sonne. Der Jupiter benötigt für einen Umlauf rund 12 Jahre und der Saturn rund 30 Jahre. Wenn der Jupiter nun im Dezember 2020 den Saturn überholt, dann passiert der nächste Überholvorgang erst wieder im Jahr 2040.

Bei dieser aktuellen Konjunktion kommen sich die beiden Gasplaneten am Abend des 21. Dezember besonders nahe. Ihr Winkelabstand beträgt nur ca. 6 Winkelminuten. Das entspricht einem Fünftel des Vollmonddurchmessers. Im Teleskop kann man sowohl denGasriesen Jupiter mit seinen Wolkenbändern und den vier Galileischen Monden Io, Europa, Ganymed und Callisto, als auch den Saturn mit seinem einzigartigen Ring bestaunen.

Um 17:00 Uhr ist die Sonne gerade untergegangen. Die beiden Planeten stehen aber um 17:00 Uhr auch schon im Südwesten sehr tief und nur 13° über dem Horizont. Das Zeitfenster für die Beobachtung dieser außergewöhnlichen Konjunktion ist also sehr kurz.
Die Konjunktion kündigt sich in den Wochen und Monaten vor dem 21.12. bereits an, da der Abstand zwischen Jupiter und Saturn sich kontinuierlich verringert.  Ab dem 12.12. ist der Abstand dann kleiner als 1°, was zwei Vollmonddurchmessern entspricht.

Bis zum Samstag, 19.12., also bis zwei Tage vor der Konjunktion, gab es Gelegenheiten, die Annäherung Jupiters an Saturn zu verfolgen. Am 19.12. betrug der Winkelabstand 15', das entspricht einem halben Vollmonddurchmesser. Dies wurde an der Isartalsternwarte fotografisch festgehalten.

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